VieARTE - Atelier für Lebenskunst
RSS Follow Fan werden

Letzte Einträge

Ménage à moi
Adam und Eva im Paradies
Geschichte der Sexualität
Sexualität
Emanzipatorisch ein Sieg? Lustpille für die Frau

Kategorien

Leben
Sexualität

Archive

Juni 2016
April 2016
März 2016
Juni 2015
Mai 2015

erstellt von

VieARTE Blog

Ménage à moi

Im Tagesanzeiger vom 24. Mai 2016 wurde ein Artikel von mir veröffentlicht. Gerne gebe ich den Text hier wieder für alle, die die Zeitung nicht lesen konnten.















„Ménage à moi“

Betroffen lege ich die Zeitung beiseite und schaue aus dem Zugfenster. Ein heftiger Regenschauer verwässert meinen Blick auf die vorüberziehende Landschaft. Der eben gelesene Artikel über die Verschleierung von Frauen im Islam stimmt mich nachdenklich. Wir schreiben heute das Jahr 2016 in Europa und sind konfrontiert mit vielen Details aus einem uns wenig bekannten islamischen Kulturkreis. So sind Frauen Eigentum eines Mannes, was zugespitzt bedeutet, der Mann „sichert“ sich die Vulva zur Befriedigung. Frauen werden als Sexualobjekt genutzt. Die Verschleierung soll die Frau in der Öffentlichkeit davor schützen, nicht zum Sexualobjekt anderer Männer zu werden.  

Doch ist unser Blick in Europa nicht auch verschleiert? Blicken wir nicht heute noch mit Ambivalenz auf die weibliche Sexualität, trotz Gleichberechtigung und Emanzipation?  Einerseits zeigen uns die Medien eine entblössende Freizügigkeit in Bildern: Sex sells. Andererseits trifft weibliche Sexualität auf Prüderie, Tabus und Herabsetzung.

Dabei ist Sexualität ein Geschenk der Natur, das uns glücklich machen sollte. Sie trägt zur Gesundheit bei weil sie Glückshormone ausschüttet. Sie bleibt eine lebenslange Herausforderung, der wir nicht entfliehen können, egal für welche Form des Auslebens wir uns entscheiden. Sexualität braucht Wissen über den Körper und seine Funktionen. Sie braucht Ethik und Werte wie auch eine liebevolle Zuwendung. Verständnis von Abläufen und Funktionen sind wichtig, die aber nicht nur erlernt, sondern auch praktisch eingeübt werden müssen. Diese komplexe Sexualität zu leben steht für eine Lebenskultur im eigenen Leben genauso wie für eine Kultur in der Gesellschaft.

Der übliche Begriff für das Erlernen und Einüben wäre „Selbstbefriedigung“, doch dabei kommt mir die Tiefe der intimen Interaktion zu kurz. Es ist mehr, es ist eine „Ménage à moi“.  Sie ist ein Tabu, das Mädchen schon früh sehr subtil erfahren. Immer noch wird der weibliche Genitalbereich in Schulen als „die Scham“ bezeichnet. Frauen sollen sich dafür schämen, ihre Schamlippen zu berühren. Dabei sind es doch viel eher Lustlippen.

Die Erkundung der Vulva ist eine Entdeckungsreise in die individuelle Sexualität. Die eigene Phantasie einzusetzen und mit ihr die erogenen Zonen aufzuspüren gehört ebenso dazu, wie mit Neugier die äusseren und inneren Lustlippen zu berühren. Noch tiefgreifender ist die Erforschung der Klitoris mit ihrer Perle. Sie ist einmalig in der Natur und wird Frauen aus einem einzigen Grund geschenkt: ihr Lust zu bereiten. Sie ist sehr komplex und nicht einfach zu bespielen. Die Perle der Klitoris ist sehr empfindlich und löst ein variantenreiches Gefühlsleben aus. Es braucht Erfahrung und Übung um genau herauszufinden, wie, wann und worauf sie reagiert. Diese Interaktion mit sich selbst führt dann in ein wunderbares Pulsieren der Vulva, das wir Orgasmus nennen. Es ist das lustvolle Gefühl, sich einen Moment lang vollkommen und schwerlos darin aufzulösen.  

Doch ca. 30 % der Frauen kommen nie zum Orgasmus und weitere 30 % erreichen ihn auch nicht im Zusammensein mit dem Partner. Das ist eine traurige Bilanz in unserer Kultur der Sexualität.

Die Komplexität des eigenen Körpers zu verstehen braucht Übung und Erfahrung mit der „Ménage à moi“. Sie ist der Königinnenweg zu einer erfüllten Sexualität mit einem Partner oder einer Partnerin in einer Intimität, jenseits jedes Leistungsdenkens. Sie ist Lust, Liebe und Hingabe zugleich. Die Liebe zu sich selbst ist ein Fundament zu einem glücklichen Leben. Wer sich selbst lieben kann, der fliesst über in der Liebe zu anderen Menschen. Die „Ménage à moi“ ist die Basis für eine würdevolle Liebeskultur, die jenseits des Schleiers einer deplatzierten Scham zu Glück und Wohlbefinden führt, egal ob Frau alleine lebt oder in einer Partnerschaft.

Adam und Eva im Paradies



Adam und Eva im Paradies

Wer waren Adam und Eva? Haben sie wirklich existiert oder stehen sie für das erste Paar? Genau wissen wir es nicht. Die Abstammungstheorie sowie die Untersuchungen durch den genetischen Marker im Y-Chromosom zeigen uns das Bilder einer Entwicklung im Osten Afrikas und einer anschliessenden Wanderung und Ansiedlung über alle Kontinente. Da wir uns gerne ein Bild machen wollen, damit wir uns unsere Existenz erklären können, haben wir Menschen unsere Entstehungsgeschichte in allen Kulturen gerne in Geschichten verpackt. Für das Christentum steht in der Bibel eine solche Geschichte mit Adam und Eva im Paradies. Hier begann die Existenz des Menschen mit einem unschuldigen wunderbares Sein in einem Land, das keine Wünsche offenlies, eben paradiesisch … 

Was genau war denn der „paradiesische“ Zustand? Männer und Frauen lebten zusammen in Gruppen. Familien in unserem heutigen Sinne gab es nicht. Die Gruppe war die Gemeinschaft, in und mit der man um das Überleben kämpfte. Hier waren Adam und Eva ein Sinnbild für eine Gruppe aus Menschen.
„Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und sie schämten sich nicht“ (1. Mose 2.25). Sie schämten sich auch nicht des Miteinanders, weil für sie die Sexualität bzw. der Koitus als Teil der Kommunikation eines Miteinanders in einer Gruppe gelebt wurde. Das Bild der Nacktheit steht hier für diese Art nicht wertenden Miteinanders. Die Sexualität wurde als Teil der Kommunikation ohne die heutige Be-Deutung gelebt. 
Sie auch meinem Blogbeitrag: http://www.viearte.ch/blog/2016/03/24/Geschichte-der-Sexualität.aspx

Und die Geschichte mit dem Apfel? Ein schönes Bild, das Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen hat. Was kann das bedeuten? Und warum war das so gravierend, dass beide, Adam und Eva daraufhin aus dem „Paradies“ vertrieben wurden?
Ging es um eine Erkenntnis, von der „Gott“, also ein höheres Wesen nicht wollte, dass der Mensch diese erlangen soll? Warum nicht? Weil es dem Menschen nicht zugetraut wurde, dass er mit dieser Erkenntnis umgehen kann? 
Ein paradiesischer unschuldiger Zustand sollte erhalten bleiben. War es das „unschuldige“ Miteinandersein mit der Sexualität als Kommunikationsform? Was wäre das, in diesem Sinne schuldig zu werden? Schuld daran zu sein, dass ein Kind daraus entstehen kann? War es vielleicht das Erkennen, dass der Koitus mit der Fortpflanzung zu tun hat? Immerhin war es die Entstehung neuen Lebens und das ist „göttlich“ und ein „Wunder“.

Wenn wir Fragen wie diese mit Ja beantworten, dann war diese Erkenntnis wahrhaftig die Vertreibung aus einem Paradies: Und Eva nimmt den Apfel vom Baum der Erkenntnis und reicht ihn Adam. Eva erkennt den Zusammenhang zwischen Koitus und dem neu entstandenen Leben, den Zusammenhang zwischen Sexualität und Fortpflanzung. 
Dies zu erkennen kann das Ergebnis weiblichen Fühlens und Denkens gewesen sein, denn im weiblichen Körper spielt sich Schwangerschaft ab. Das bedeutet noch nicht, dass es das heutige Wissen war, sondern nur der einfache Zusammenhang zwischen dem Koitus und der Geburt eines Kindes neun Monate später erkannt wurde.

Wir nehmen „Eva“ in unserer Betrachtung nicht als eine einzige Person wahr, eine einzige Frau, die zu dieser Erkenntnis kam, sondern „Eva“ steht für das weibliche Wesen an sich. Es hat Generationen von Frauen gebraucht und Erkenntnisse sind mit jeder Generationen gewachsen: der Sexualverkehr und was dabei aus dem Manne in die Frau fliesst (Samenerguss), aus diesem Saft, entsteht etwas im weiblichen Körper, das zu einem Kind, einem neuen lebenden Wesen führt. Dieses Erkennen kann aus der Beobachtung des eigenen (weiblichen) Körpers heraus entstanden sein. Es gab zu allen Zeiten die „weisen Frauen“, die die anderen Frauen bei Schwangerschaften unterstützt haben. Neugierig begleiteten sie den weiblichen Zyklus und die Geburten. Diese weisen Frauen, über die auch in vielen anderen Kulturen berichtet wird, können zur Einsicht gelangt sein, dass die Kopulation mit der Geburt eines Kindes im Zusammenhang steht. Und daraus haben sie einen Schluss gezogen: Sex dient der Fortpflanzung. Das ist natürlich jetzt sehr modern ausgedrückt. Es war wohl eher: das was du da in mir hinterlässt beim hinein- und hinausgehen führt irgendwie zu einem Nachkommen neun Monate später. Was für eine Erkenntnis von Eva, von Frauen! Nach Generationen von Neugier und Fragen, nach vielen Jahrtausenden dämmerte es „Eva“, das der „Saft“ des Mannes dazu beiträgt, dass Kinder geboren werden.

Und Eva hat wohl nicht geschwiegen. Sie hatte vom „Baum der Erkenntnis“ ein Wissen erhalten, dass die ganze paradiesische Welt auf den Kopf stellte. Das Mysterium der Geburt, das Wunder wie es zu neuem Leben, zu Kindern kam, war keines mehr. Die Kinder kamen nicht von Göttern. Sie hatten mit den Männern zu tun. Und diese Erkenntnis kann den paradiesischen Zustand des Miteinanders beendet haben. Auf einmal hatte Sex eine Be-Deutung: Fortpflanzung und diese findet statt zwischen „Adam und Eva“.

Den männlichen Gruppenmitgliedern wurde klar, sie zogen nicht die Kinder der Götter gross, was eine Gruppenaufgabe gewesen wäre, sondern sie zogen die eigenen Kinder und die der anderen Männer, die mit den Frauen kopulierten, auf. Da das Aufziehen von Kindern ein enormer Energieaufwand ist, setzte sich in der Folge ein anderes Verhalten durch. Männer wollten nur noch für das Aufziehen der eigenen Kinder die Verantwortung und die Energie aufbringen, nicht aber für die Kinder der anderen Männer. Ein im wahrsten Sinne des Wortes unschuldiges Miteinander war nicht mehr möglich. Weder mit der Frau noch mit den anderen Männern, die ja zu Konkurrenten wurden.
Nun hatte die Gruppe ein Problem und damit war „die Vertreibung aus dem Paradies“ komplett. Jeder Mann wollte sicherstellen, dass er seine eigenen Kinder grosszog. Vielleicht kam es hier in unserer Geschichte zum ersten Mal zum Begriff des Eigentums. Es gehört jemandem etwas persönlich. Die Frau wurde zum Eigentum des Mannes: er wollte sie be- und überwachen und sicherstellen, dass der Sexualakt ausschliesslich von ihm vollzogen wurde.  Mit „seiner“ Frau, damit er sicher sein konnte, nur die eignen Kinder aufzuziehen. Zu einem späteren Zeitpunkt komme ich im Blog noch auf die irrationalen Auswüchse dieses Eigentum-Bewusstseins zu sprechen.

Die Frau hatte nun ihre Stellung als Gefährtin der Götter ebenso verloren wie die besondere Stellung in der Gruppe. Der Mann überwachte sie, um an Kinder zu kommen, die ausschliesslich von ihm abstammten. Noch bis heute wird in der Regel die Abstammung über den männlichen Stammbaum (Patriarchat) definiert und hat damit wesentlichen Einfluss auf die Erbfolge und auf die entstehenden Gruppenstrukturen. Die Abstammung über den weiblichen Stammbaum (Matriarchat) ist auch dokumentiert. Matriarchat ist jedoch eher ein Kunstbegriff gegenüber dem Begriff Patriarchat und erst im 18. Jahrhundert entstanden. 
Die besondere Bedeutung der Frau in der Frühzeit der Entwicklung des Menschen ist bis heute ein Zankapfel in der Wissenschaft. Damit sind wir beim aussagekräftigen Symbol des Apfels angekommen und das ist durchaus spannend. Denn das der Apfel hier als Symbol auftaucht kann kein Zufall sein.
Der Apfel in der Hand Evas (oder im Maul der Schlange, je nach Bild) verknüpft sich mit der Vorstellung vom Apfel als Weisheits- und Erkenntnissymbol. Der „Apfel“ ist eine spätere Festlegung der Frucht in dieser Geschichte. Ursprünglich wird im Text der Geschichte von Adam und Eva von „der Frucht vom Baum des Lebens und der Erkenntnis“ gesprochen. Hier war die Unterscheidung zwischen Gut und Böse gemeint, die die Erkenntnis nach dem Biss in die Frucht den Menschen brachte. 
Um wie viel gewichtiger wäre die Erkenntnis des Zusammenhangs zwischen Koitus und Nachkommen. Und hier ist der Apfel symbolhafter als die Bezeichnung „Frucht“. 
Schauen wir uns die Symbolik unserer und anderer Kulturen an, so treffen wir bei den Griechen auf Dionysos, den Schöpfer des Apfels, der ihn der Liebesgöttin Aphrodite schenke. Oder die Erdmutter Gaia, sie schenkte Hera zur Hochzeit mit Zeus den goldenen Apfel. Bei den Kelten galt der Apfel als ein Symbol für Weisheit und Wissen, ihm wurde die Kraft zugeschrieben, die ewige Jugend zu verleihen und den Tod zu überwinden. Als solches Symbol taucht er in der Hand von Jesus oder Maria in Kunstdarstellungen wieder auf und symbolisiert den Sieg über Sünde und Tod. Er gilt als Herrschaftssymbol im Himmel und auf Erden. Für weltliche Herrscher wurde er später zum Reichsapfel.
Aus dieser komplexen Symbolhaftigkeit heraus trägt er also auch den Aspekt der Verführung und Sündhaftigkeit in sich. Ihn zu pflücken und zu essen ist mit weiblich-schlangenhafter Verführungskraft, Sexualität und Bewusstseinsentwicklung verbunden. In der Beziehung von Mann und Frau in all ihren Facetten ist er ein Symbol für eine ganzheitliche runde Form, die Gegensätzliches vereinigt: der Beischlaf als Ergebnis der Sexualität, von Liebe, von Fruchtbarkeit, von Macht und Zwietracht. Auch weibliche Brüste werden oft mit Äpfeln verglichen. Das vertikal durchgeschnittene Kerngehäuse erinnert gar an die Vulva. 
Vom Baum der Erkenntnis zu essen hat also in der Symbolik viel mehr mit Sexualität zu tun als mit dem „Erkennen von Gut und Böse“. Geschichten entstehen aus alten Symbolen und Mythen. So wird es auch bei der Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies gewesen sein. Und die Symbole deuten mehr auf einen Zusammenhang mit der Sexualität hin und auf das Erkennen wie menschliches Leben entsteht.
Eine wahrhaftige Vertreibung aus dem Paradies. 
Fassen wir die Geschichte einmal zusammen: 
Es ist Eva, die die Erkenntnis (sie isst vom Apfel) hat. 
Es ist Eva, die die Erkenntnis an Adam weitergibt (sie reicht ihm den Apfel). 
Beide erkennen einander und wissen, dass Sex zu haben für Nachwuchs sorgt. 
Adam bewacht Eva fortan, da es sehr viel Energie erfordert, es also sehr viel kostet, Kinder gross zu ziehen und er daher keine fremden Kinder (Kuckuckskinder) aufziehen möchte. 
Damit ist die Vertreibung aus dem paradiesischen Leben in Freiheit und freiem Miteinander in der Gruppe verloren. Die Sexualität ist nicht mehr Teil der Kommunikation sondern wird im Bewusstsein für die Fortpflanzung eingesetzt. Und Adam will nur seine Brut aufziehen.

Gehen wir noch etwas weiter in der Geschichte und wir begegnen dem Bild des paradiesischen Zustandes noch einmal: in der „unbefleckten“ Empfängnis. Maria ist schwanger und das nicht von einem Mann sondern von einer göttlichen Macht. Da ist er wieder der alte Mythos von der Frau, die Kinder gebären kann und diese kommen von den Göttern. Damit spielt Maria eine ganz besondere Rolle im christlichen Glauben und vor allem im katholischen Glauben. Die Marienverehrung ist eine ganz besondere Form der Anbetung, die an eine weit zurückliegende Frauenverehrung anknüpft.

Deutung, Be-Deutung, Um-Deutung… „Adam und Eva und die Vertreibung aus dem Paradies“ eine Geschichte einmal anders betrachtet, die uns alle mehr oder weniger prägt, ohne dass wir es bemerken. Nehmen wir doch einfach probehalber diesen Standpunkt ein wie einen Ort, von dem aus wir neu auf die Gesellschaft bis heute blicken können. Es geht hier nicht um Wirklichkeit oder Wahrheit sondern um das spannende Abenteuer, Altes einmal in einem anderen neuen Licht anzusehen…

Geschichte der Sexualität














   



Es ist super interessant – zumindest für mich – in der Geschichte der Sexualität auf Forschungsreise zu gehen. Vielleicht findet der eine oder das ja auch spannend und begleitet mich hier, kommentiert, fragt, schickt Anregungen …

Sexualität ist eine Art und Form der Kommunikation und als solche so alt wie das Leben an sich und die Menschheit. Die verbale Kommunikation ist jüngeren Datums. Wissenschaftler arbeiten daran herauszufinden, wie sie sich entwickelt hat. Das ist sehr komplex. Wir können ja nicht zurückreisen und nachschauen sondern sind auf Forschung angewiesen, die sich mit der Sprache über die Lautbildung bis hin zum Wort und zur Gestaltung der Sprache indem wir mit einem Wortschatz arbeiten lernen beschäftigt.

Vor der verbalen Kommunikation gab es Vorformen der Verständigung mit nonverbalen Möglichkeiten: Zeichen, Gesten, Laute, Berührungen und eben die Sexualität. In der Primatenforschung beobachten Wissenschaftler auch diese nonverbalen Kommunikationsformen. Aus diesen Vorformen lässt sich vielleicht erkennen, wie wohl in der ersten Zeit der Menschheit die unterschiedlichen Kommunikationsmittel jenseits der Sprache genutzt wurden und mich interessiert speziell die Sexualität als eine Kommunikationsform. 

Menschen waren nie Einzelgänger, denn eine Gruppe bot Schutz und Hilfe. Sie lebten daher in Gruppen. Menschen sind soziale Wesen und ein Miteinander gibt ihnen Sicherheit und Geborgenheit fordert sie jedoch auch gleichzeitig in der Art und Weise der Kommunikation. So können wir davon ausgehen, dass die Sexualität oder Kopulation der Bindung und dem Zusammenhalt innerhalb der Gruppe diente. Jede Befriedigung lässt Hormone frei, die einem Körper ein gutes Gefühl vermitteln und eine Bindung an den Menschen, der dieses Gefühl mit hervorgerufen hat. Als Art der Kommunikation festigte die Kopulation die Gruppenzugehörigkeit untereinander. Frust in jeder Form führt zur Aggression. Sex als Mittel der Kommunikation diente der Aggressionslinderung. Lassen wir unsere Phantasie spielen: wahrscheinlich schafften es die weiblichen Wesen damit, die Spannung und Energie in einer Gruppe zu kontrollieren.

Harmonie ist ein zusätzliches Ergebnis der Kommunikationsform Sexualität. Spannungen wurden abgebaut durch die lustfördernde und befriedigende Kopulation.

Der Sexualakt hatte also eine grosse kommunikative Bedeutung in einer Gruppe.

Kommen wir zu einem weiteren faszinierenden Punkt im Zusammenhang mit dem Thema Sexualität und die Auswirkungen auf die Gruppe in der frühen Zeit der Menschheitsgeschichte:

Frauen hatten in diesen Gruppen eine besondere Position, da sie gebären konnten. Dass sie Nachwuchs zur Welt brachten machte für ihre Existenz „Sinn“. Ich setze das hier in Anführungsstriche, weil die Sinnsuche keine philosophische ist, sondern einfach nur den Unterschied darstellen will, zwischen dem weiblichen und männlichen Dasein. Männer mussten sich denke ich „Sinn“ erst durch Kraft und Stärke, durch Kampf und Schutzfunktion erarbeiten. Während Frauen ein Mysterium in sich trugen: sie konnten Kinder gebären. Woher diese Kinder kamen, wusste niemand, sie kamen einfach aus dem Körper heraus.

Wer hatte sie dort hineingelegt? Heute nimmt man an, dass das die Brücke zum Glauben an Götter und Wesen jenseits des damaligen Wissens gewesen ist. Das konnten doch nur die Götter gewesen sein, die zu einem solchen Wunder fähig waren. Das Wunder kleine Menschen in Frauen hineinzulegen. Das Wunder der Geburt zu ermöglichen. Dafür wurden Frauen verehrt. Darin bestand ihre besondere Position. Sie standen anscheinend mit den Göttern in naher Verbindung. Sie wurden erwählt, neue Menschen in Welt zu setzen. Es wurden ihnen Fähigkeiten gegeben, die die Männer nicht hatten. Sie sind der wertvolle Teil der Menschen gewesen, denn sie konnten etwas Einmaliges: Leben schenken.

Das erklärt, dass in der Menschheitsgeschichte das Matriarchat vor allem in der Frühzeit eine Rolle spielte. Hier geht es nicht um Herrschaft oder Politik sondern um das Besondere am Sein einer Frau und dieses Besondere schenkte ihr eine aussergewöhnliche Stellung in der Gruppe. Evolutionsbedingt tragen wir auch das in uns allen mit in unsere Zeit hinein. Daraus entstehen viele Herausforderungen.

Lassen Sie uns noch ein wenig durch die Geschichte bummeln… im nächsten Blogbeitrag, dann geht es um eine Geschichte, die wir alle kennen und wir sehen uns einmal neu ihre Be-Deutung an.

Sie dürfen gespannt sein auf Adam und Eva im Paradies neu interpretiert…

Bis dahin … lassen Sie es sich gut gehen.

Sexualität


Sexualität ist der Anteil an uns, der uns lebenslang als Herausforderung begleitet. Sie ist in uns und möchte sich entwickeln. Dabei sind wir Suchende und Experimentierende, wir sind immer auf dem Weg, denn da ist immer noch das Unbekannte, das entdeckt werden will. Wir sind Forschende, die Neues entdecken und Zusammenhänge erkennen. Ich lade Sie ein, mit mir zu forschen und meinen Blogbeiträgen zu folgen, auf sie zu reagieren, ihre persönlichen Erkenntnisse beizutragen, zu ergänzen, zu kommentieren, virtuell ein Stück Weg gemeinsam zu gehen:

Von Anfang an...

Es muss einmal eine Zeit gegeben haben, in der wir als Menschen nicht wussten, dass der Koitus und die Geburt eines Kindes neun Monate später zusammengehören. Ich nehme das einfach einmal an als logischen Ausgangspunkt meiner Ausführungen. Zum Wissen darüber, dass der Geschlechtsverkehr zu einem Kind führt, dafür Eierstöcke, Gebärmutter, Eier, männlicher Samen erforderlich sind, gehören so viele Erkenntnisse, dass wir davon ausgehen können, dass dieses Wissen nicht immer vorhanden gewesen sein kann, sondern Teil der zivilisatorischen Entwicklung des Menschen ist. 
Wunderbare Geschichten standen vielmehr für medizinisches Wissen: die Götter legen die Kinder in die Frau hinein und sie trägt sie aus. Das Wasser zeugt die Kinder in ihr. Das Licht der Sonne und des Mondes zeugen die Kinder. Oder auch bestimmte Nahrungsmittel sorgten dafür. Wunder-Geschichten eben.
Die Fortführung dieser Geschichten war dann die Annahme, dass Frauen den Samen des Mannes, der in der „Samenzelle“ ein komplettes Kind beinhaltet, in sich austragen. Das Kind wird sozusagen in die Frau hineingelegt und sie sorgt im Innern für Wachstum, trägt aber nichts zum Kind bei. Erst 1827 hat der Forscher Karl Ernst von Baer die weibliche Eizelle entdeckt und den Zusammenhang, dass der Samen die Eizelle bei der Zeugung befruchtet und damit ein gemeinsames Kind entsteht, zu dessen Erbanlagen beide beitragen.
Das ist mal eben rund 190 Jahre her, das sind bei der Annahme einer mittleren Generationen-Zeitspanne von 30-35 Jahren nur ca. 5 bis 6 Generationen, dass wir dieses Wissen in unserer Bildungsgesellschaft besitzen. Das ist wirklich nicht viel und jahrtausende-jahrhundertealte Mythen widerstehen Wissen gerne. Das haben wir im Laufe der Geschichte schon erfahren müssen, dazu mehr demnächst.

Hier machen wir erst einmal eine kleine Pause für Ihr Feedback: 
Wenn Sexualität in dieser Zeit nicht explizit der Fortpflanzung diente, was war sie dann? ... und ist sie auch bis heute?
Was bedeuteten die „Wundergeschichten“ um die Fortpflanzung herum für das Zusammenleben?
Was prägt uns bis heute aus dieser Zeit Unwissenheit? 

Welche Ideen haben Sie?

Schreiben Sie mir einfach… und bald dann mehr zu diesem spannenden Thema mit folgenden Ueberschriften:
Die Sprache vor dem Sprechen.
Adam und Eva und das Paradies.


Emanzipatorisch ein Sieg? Lustpille für die Frau

Die Lustpille für die Frau… Emanzipatorisch ein Sieg?

Viagra für Männer… keine Lustpille, um das einmal klar zu sagen. Viagra nimmt Einfluss auf den Blutkreislauf und sorgt für eine stabile länger andauernde Erektion. Pfizer: „Wenn Sie das Medikament für die Viagra Wirkung einnehmen, müssen Sie selbst für sexuelle Reize sorgen, da Sie, wenn Sie Viagra kaufen, ausschließlich die Funktion des Penis beeinflussen und nicht das Gehirn.“ Die Gefahr auch tödlicher Nebenwirkungen ist gegeben. Kein Mann entscheidet sich ja, ich will jetzt Lust haben, sondern er hat einen sexuellen Reiz, den er durch eine erektile  Dysfunktion nicht befriedigend umsetzen kann. Kosten pro Viagra ca. 40 CHF.

Die „Lustpille für die Frau“ verlangt eine ganz andere Entscheidung, nämlich die für die Lust überhaupt. Das Medikament mit dem Wirkstoff Flibanserin sollte ständig eingenommen werden, um eine sexuell stimulierende Wirkung zu haben. Die Nebenwirkungen sind niedriger Blutdruck, Schwindelanfälle und Müdigkeit.

40 % der Frauen beklagen eine sexuelle Lustlosigkeit, das sagen Studien. Ist das ein Wunder? Frauen werden lustfeindlich erzogen und leben in einer Gesellschaft, die eine lange Tradition darin hat (siehe Themen wie Genitalverstümmelung bis heute, Benennung der Genitalien mit Worten wie Scham, Schamlippen, Tabuisierung der Selbstbefriedigung der Frau etc.).

Eine lustfreundliche würdevolle Sexualität zu leben ist für eine moderne Frau eine grosse Herausforderung an Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbewusstsein.
Ich denke, dass das kein Problem ist, das durch eine Pille gelöst werden kann.





interessante Links

Liebe an und für sich...

Liebe an und für sich…












… in einem Wort: Selbstbefriedigung. Ein Tabu, immer noch, doch es ist ein Ausdruck an Zuwendung und Selbstfürsorge (für sich selbst sorgen). Es tut Dir gut! Berühre Dich, sei liebevoll mit Dir, lass Deiner Phantasie freien Lauf, lass zu was Dich reizt, spüre Dich und Deinen Körper, lass los, geniesse den Orgasmus, lass ihn fliessen, entspanne…

Das gilt für Männer ebenso wie für Frauen.

Doch heute möchte ich besonders Frauen ansprechen: Es tut Dir gut, die Selbstliebe zu leben, sie schenkt Dir sehr viel mehr als Du glaubst: sich selbst annehmen, sich selbst erforschen, sich vollkommen gehen lassen in der Phantasie, den eigenen Körper annehmen und berühren. Die Intimität mit sich selbst spüren, Du bist mit Dir in einer höchst intimen Nähe, die Dich nährt und Deinem Selbst-Bewusst-Sein Tiefe und Annahme schenkt. Du kommst bei Dir und Deiner weiblichen Sexualität an. Du bist da für Dich. Geniesse es…

Lernen, Selbsterfahrung, Wissen… einmal in Ruhe darüber reden können… hier können sie Ihren Termin vereinbaren 079-8194407 

(Diskretion und Verschwiegenheit sind selbstverständlich).

VieARTE Atelier für Lebenskunst
Lebens-, Paar- und Sexualberatung
Badstrasse 18
5400 Baden

Der weibliche Orgasmus

Der weibliche Orgasmus…












… Der Mann hatte ein Vorrecht in unserer abendländischen Kultur bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein: den Orgasmus. Die Lust oder der Orgasmus von Frauen war etwas für «Huren». Anschliessend wurde uns die weibliche Sexualität erklärt: überwiegend von Männern, mit allen Folgen, die diese Sichtweise in sich trägt. Heute kommt die Forschung zu neuen Informationen und Kenntnissen darüber, was den weiblichen Orgasmus in seiner Individualität ausmacht. Das auch deshalb, weil Frauen als Forscherinnen auf dem Gebiet der Sexualforschung arbeiten. Sie stellen sich andere und neue Fragen und nutzen dabei die neuesten technischen Möglichkeiten. Es ist ein weites Forschungsgebiet für die Wissenschaft.

Und es ist darüber hinaus ein Selbsterforschungsgebiet: Kennen Sie Ihren Körper? Wissen Sie genau, was sie wo wie stimuliert, damit Ihnen ein Orgasmus geschieht?

Kennen Sie die Interaktion zwischen Körper und Geist? Der Kopf ist das grösste Sexualorgan: wissen Sie, wie Sie sich stimulieren können, welche Phantasien sie anregen, wie sich in die Wellen der Kontraktionen hinein loslassen können?

Nehmen Sie Ihre sexuelle Erfüllung in die Hand. Im doppelten Sinn der Formulierung: Selbstbefriedigung heisst Selbsterforschung und Sie wissen, wie Sie ihren Partner führen können, was Sie ihm zeigen können, damit der Orgasmus für Sie das wird, was er alles sein kann: er schenkt gute Laune, ist herrlichen entspannend, schenkt einen guten Schlaf, schüttet Glückshormone aus, regt die Durchblutung an und kann dadurch z.B. Kopfschmerzen lindern, hält jung und das sieht man Ihnen an, reduziert Stress, schafft Selbstbewusstsein…

Lernen, Selbsterfahrung, Wissen… einmal in Ruhe darüber reden können… hier können sie Ihren Termin vereinbaren 079-8194407
(Diskretion und Verschwiegenheit sind selbstverständlich).

VieARTE Atelier für Lebenskunst
Leben-, Paar- und Sexualberatung
Badstrasse 18
5400 Baden

Beziehungsweise...

Beziehungsweise…

…wie weise führen Sie Ihre Beziehung?


Eine glückliche und befriedigende Beziehung zu führen, dazu gehört unter anderem Weisheit.

Nicht ihr Partner/Partnerin ist für ihr Glück und Ihre Befriedigung in der Sexualität zuständig sondern Sie selbst. Dafür die Verantwortung zu übernehmen, sie individuell zu tragen, entlastet und führt zu einer positiven Interaktion in der Beziehung.

Die Brücke über die wir alle gehen, wenn wir eine glückliche und befriedigende Beziehung führen wollen, ist die Brücke des Lernens, der Selbsterfahrung, der Erfahrung mit dem Anderssein des Gegenübers, des Wissens über das was einen selbst und das was den anderen aus- und anmacht.

Intimität mit sich selbst und dem anderen aufzubauen schafft eine wertvolle Bindung und ist damit ein gutes Fundament für eine glückliche Beziehung. Die Sexualität ist das vertrauensbildende Spielfeld dafür.

Lernen, Selbsterfahrung, Wissen… einmal in Ruhe darüber reden können… hier können sie Ihren Termin vereinbaren 079-8194407 (Diskretion und Verschwiegenheit sind selbstverständlich).

VieARTE Atelier für Lebenskunst
Lebens-, Paar- und Sexualberatung
Badstrasse 18
5400 Baden

Homepage
zur Verfügung gestellt
von Vistaprint